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Seit ich lesen kann — und das ist schon ein paar Jahre lang — liebe ich es, mich in Büchern zu verlieren. Das Lesen von Büchern ist ein fixer Bestandteil meines Lebens. Seit kurzer Zeit hat mein erster eBook-Reader Einzug in meine Lesewelt genommen: Ein Kindle.

Ich möchte in diesem Beitrag über meine persönlichen Erfahrungen mit dem Reader von Amazon berichten. Die technischen und weitere Details zum Kindle finden Sie direkt bei Amazon.

Das Gerät gibt es mittlerweile schon ein Weilchen. Ich habe mir lange überlegt, ob ich mir eines anschaffen sollte. Das Lesen von Büchern war — und ist noch immer — für mich mehr, als nur die geschriebenen Buchstaben und Wörter in mich aufzunehmen. Für mich ist ein Teil des Leseerlebnisses auch das Fühlen des Papiers und das Umblättern. Auch der Geruch eines Buches wirkt auf mich. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein elektronisches Gerät eine ernsthafte Konkurrenz dazu darstellen könnte.

Vorteile des Kindle gegenüber einem Buch

Meine Meinung änderte sich, als ich mich dann doch entschloss, mir einen Kindle zu kaufen. Es gab einige Punkte, die das Lesegerät für mich interessant machten:

  • Der Kindle ist klein und handlich und deswegen ideal, um praktisch überall hin mitgenommen zu werden.
  • Es gibt eine große Auswahl an kostenfreien Büchern, speziell Klassiker.
  • Die Preise für ein eBook sind in der Regel geringer als für „echte“ Bücher

Besonders die reduzierte Größe (im Vergleich zu einem normalen Buch) und die Möglichkeit, viele Bücher auf kleinstem Raum immer dabei zu haben, waren für mich ausschlaggebend. Dadurch bietet sich der Reader als Immer-dabei-Gerät an. Ich lese gerne ein paar Werke parallel. Das mache ich auch öfters mal in einer Pause im Büro.

Kindle oder Kindle Paperwhite?

2015-02-06: Den von mir beschriebenen Kindle gibt es nicht mehr zu kaufen. Die Entscheidungsfindung würde somit heute anders ausfallen. 🙂

Die Entscheidung, ob ich mir den „kleinen“ Kindle (ab sofort nur noch Kindle genannt) oder doch den neuen Kindle Paperwhite* (ab hier nur mehr als Paperwhite betitelt) zulegen sollte, ist mir anfangs nicht leicht gefallen. Einerseits kaufe ich mir schon eher gerne die aktuellsten Modelle eines Gerätes. Andererseits wusste ich noch nicht, ob ich mit einem eReader überhaupt zufrieden werden würde. Außerdem wollte ich ein möglichst einfaches Gerät, um zu lesen, ohne mich durch irgendwelche Spielereien ablenken zu lassen.

Funktional unterscheiden sich die Geräte nur in Details. Allerdings gibt es zwei Dinge, durch die sich der Paperwhite vom Kindle abhebt. Er kann über den Touchscreen bedient werden, und sein Display ist beleuchtet.

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe mich für den „normalen“ Kindle entschieden. Ich habe mir auch nicht beide Geräte zur Ansicht zukommen lassen, sondern meine Entscheidung im Voraus getroffen. Die Gedanken, die ich mir dazu gemacht habe, habe ich im Folgenden zusammengefasst.

Mein Kindle auf einem A5-Notizbuch

Mein Kindle auf einem A5-Notizbuch

Kosten

Ein Argument für die Entscheidung war sicherlich der Preis. Zum Zeitpunkt meines Kaufes (07/2014) lag der Preis des Paperwhite bei ca.  EUR 110,-, der des Kindle bei knapp EUR 50,-. Das bedeutete, eine Ersparnis von rund EUR 60,- für ein vermutlich fast ebenbürtiges Gerät.

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Maßgeblicher als die geringeren Kosten (die sich noch relativierten, dazu später mehr) waren für mich viele Rezensenten, die das Display des Kindle als angenehmer und papierähnlicher bewerteten, als jenes des Paperwhite. Auch soll es insgesamt etwas schärfer sein.

Da mein Kindle der erste eReader war, den ich bisher in den Händen gehalten habe, kann ich keinen direkten Vergleich mit dem Paperwhite ziehen. Von der Darstellungsqualität des Kindle war (und bin ich noch immer) sehr beeindruckt. Das Schriftbild ist gestochen scharf — egal von welchem Winkel aus man darauf blickt. Stundenlanges Lesen ist ohne Probleme — auch bei sehr hellem Umgebungslicht — möglich.

Kindle-Schriftbild

Kindle-Schriftbild

Im Bild oben ist eine Draufsicht zu sehen. Es ist gut zu erkennen, wie klar das Schriftbild ist (die ganz leichte Unschärfe ist der Komprimierung des Fotos zu schulden). Diese Klarheit geht auch nicht verloren, wenn man von der Seite auf den Text sieht.

Ach ja, der Text ist eine Seite aus dem Buch Ro’ha: Teil 1 – Vernichtung* von Katja T. Spreckelsen. Ich erwähne das, um allfällige Copyright-Verletzungen zu verhindern, aber vor allem, weil ich das Buch wärmstens empfehlen kann! SciFi-Fans bitte unbedingt reinschnuppern.

Bedienung

Die Bedienung des Kindle erfolgt über diverse Bedientasten. Diese befinden sich auf der Vorderseite unter der Anzeige. Die Tasten zum Blättern sind jeweils links und rechts in den Rand des Gerätes eingelassen. Wobei sich auf jeder Seite eine Taste zum Vorwärts- und eine zum Rückwärtsblättern befindet.

Ich persönlich empfinde beim Lesen echte Tasten gegenüber einem Touchscreen als Vorteil. Es passiert mir öfters, dass ich mal auf das Display greife. Beim Kindle ist das kein Problem, da dadurch keine Funktion aufgerufen wird. Als Nachteil stellt sich diese Art der Bedienung aber dann dar, wenn man Texte erfassen möchte. Dann muss — wie bei den einfachen Mobiltelefonen — auf der dargestellten Tastatur jedes Zeichen einzeln angefahren und bestätigt werden.

Ich verfasse keine Notizen auf dem Kindle, weswegen mir der berührungsunempfindliche Bildschirm eher entgegen kommt. Die paar Eingaben — zum Beispiel für das Bestellen eines neuen Buches — lassen sich ohne Weiteres flott erledigen. Einfacher geht das sogar über den PC/Laptop. Bestellte Bücher werden binnen Sekunden auf den ans WLAN angeschlossene Kindle übertragen.

Beleuchtung

Wenn man — wie ich — gerne auch im Bett noch liest und dabei seine Frau nicht stören möchte, ist eine angepasste Lichtquelle sehr von Nutzen (der Deckenfluter ist vermutlich im Schlafzimmer keine Option). In dieser Situation ist der Paperwhite mit seiner beleuchteten Anzeige klar im Vorteil. Ich habe mir dadurch beholfen, indem ich mir eine Lederhülle mit Leseleuchte* besorgt habe. Mit ihr ist das Lesen auch im stockdunklen Zimmer angenehm möglich.

Die Lampe bezieht ihren Strom direkt vom Kindle. Es sind also keine zusätzlichen Batterien nötig. Da es sich um eine LED handelt, ist der Stromverbrauch auch relativ gering. Dies ist auch die Stelle, auf die ich weiter oben mit den sich relativierenden Kosten verwiesen habe. Die Lederhülle kostete mich rund EUR 38,-, was nicht so ganz billig ist. Allerdings hätte ich mir auch für den Paperwhite eine besorgt (wenn auch ohne Lampe), was den Preisunterschied nach wie vor ausreichend sein lässt.

Kindle mit Leselampe

Kindle mit Leselampe

Täglicher Gebrauch

Das waren meine recherchierten Gründe (und deren Bestätigung), die mich zum Kindle und nicht zu seinem großen Bruder geführt haben. Ich habe das Gerät täglich in der Hand, und es fühlt sich nach wie vor sehr gut an. Das geringe Gewicht ermöglicht auch stundenlanges Lesen in den unterschiedlichsten Positionen.

Bücher können einfach über den Kindle-Shop von Amazon bestellt und an den Kindle übertragen werden. Dies kann — wie ich schon erwähnt habe — direkt vom Gerät aus, oder aber über einen PC mit Internetzugang, erfolgen.

Neben den Büchern von Amazon kann auch anderer Lesestoff in unterschiedlichen Formaten (z.B. PDF, mobi, …) auf das Gerät kopiert werden. Dazu kann man den Kindle entweder direkt über die USB-Schnittstelle (die auch zum Laden des Akkus verwendet wird) an seinen Computer anschließen. Oder man sendet das Dokument an die jedem Kindle eindeutig zugeordnete (und anpassbare) Mailadresse.

Ein interessantes Projekt möchte ich in dem Zusammenhang auch noch erwähnen. Mit Calibre gibt es eine freie und sehr leistungsstarke Software zur Verwaltung von eBooks. Neben der Organisation selbiger kann Calibre auch unterschiedlichste Dokumentformate in Kindle-taugliche konvertieren.

Der Strombedarf des Kindle ist sehr gering. Ein voller Akku reicht sicher zwei bis drei Wochen, oder länger — je nach Nutzung.

Fazit

Ich habe nie ein Bedürfnis nach einem eReader gehabt. Aber seit ich den Kindle besitze, möchte ich ihn nicht mehr missen. Ich schätze es nach wie vor, echte Bücher zu lesen, wenn es jedoch darum geht, zehn Werke im Rucksack in den Urlaub mitzunehmen, gewinnt (je)der eReader. Die Qualität des Gerätes entspricht bisher meinen Erwartungen, und der Service von Amazon ist — wie ich es gewohnt bin — absolut unkompliziert.

Kindle in Lederhülle auf Notizbuch

Kindle in Lederhülle auf Notizbuch

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Fotos: Christian Karitnig

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