Dies ist der mittlerweile vierte Beitrag meiner Reihe zur Erstellung eines virtuellen Test- und Entwicklungsservers für WordPress. Im vorigen Teil habe ich Ihnen gezeigt, wie die Netzwerkkonfiguration durchgeführt und am Schluss der Server auf den aktuellen Stand gebracht wird. In diesem Artikel wird der Apache2-WebServer konfiguriert, damit WordPress „schöne“ Links verwenden kann.

Was sind „schöne“ Links (Pretty Links)?

Intern verwendet WordPress identifizierende Schlüssel für die einzelnen Beiträge. So könnte dieser Beitrag beispielsweise http://www.ctnktg.com/?p=456 heißen. Dabei stellt die Nummer 456 die eindeutige Id des Beitrages dar. Dies funktioniert tadellos, ist aber nicht sehr sprechend und auch üblicherweise nicht leicht zu merken. Schöner ist es, wenn die Adresse des Beitrages auch schon etwas über dessen Inhalt aussagt. Durch die Verwendung von „schönen“ Links, oder eigentlich Pretty Links (wie sie tatsächlich genannt werden und was auch nicht so gestelzt klingt) kann dies erreicht werden. Aus dem oben angeführten Link könnte somit http://www.ctnktg.com/wordpress-testserver-pretty-links-mod_rewrite werden. Das ist — in diesem Fall — zwar bedeutend länger, aber auch bedeutend sprechender. Abgesehen davon, dass sich ein Mensch darunter möglicherweise etwas vorstellen kann, ist es auf jeden Fall für Suchmaschinen leichter, einen Beitrag zu finden. Um die Zuordnung von Id- zu Textlink zu ermöglichen, muss das Modul mod_rewrite des Apache2-Servers aktiviert werden. Standardmäßig wird es zwar installiert, aber nicht scharf geschaltet.

mod_rewrite für Apache2 aktivieren

Die Aktivierung des Moduls geschieht in wenigen Schritten. Nach dem Start des virtuellen Servers und dem Anmelden, wird zuerst überprüft, ob das Modul tatsächlich existiert. Hierzu wird am Prompt der Befehl

demouser@WordPressDemo:~$ cat /etc/apache2/mods-available/rewrite.load

eingegeben. Wenn das Ergebnis wie im Screenshot aussieht, ist alles soweit in Ordnung.

mod_rewrite-Modul überprüfen

mod_rewrite-Modul überprüfen

Nun Folgen die Schritte zur Aktivierung des Moduls: Zuerst wird ein symbolischer Link in /etc/apache2/mods-enabled auf das Skript zum Laden des rewrite-Moduls erzeugt (Hinweis: Hier wird wieder nach dem Passwort gefragt):

demouser@WordPressDemo:~$ sudo a2enmod rewrite

Das bedeutet, beim Neustart des WebServers wird im Verzeichnis mods-enabled das Skript gefunden (bzw. der Verweis darauf, was in diesem Fall den selben Effekt hat) und das Modul somit geladen. Ob der Link korrekt angelegt worden ist kann durch Eingabe von

demouser@WordPressDemo:~$ ls -al /etc/apache2/mods-enabled/rewrite.load

einfach überprüft werden.

mod_rewrite aktivieren

mod_rewrite aktivieren

Jetzt muss die Apache2-Konfiguration noch dahingehend angepasst werden, dass das Überschreiben (rewrite) der Links auch tatsächlich erlaubt wird. Zu diesem Zweck wir die Datei /etc/apache2/sites-available/default mit nano geöffnet. In der Datei wird jedes Vorkommen von AllowOverride None durch AllowOverride All ersetzt (Hinweis: In der Abbildung sind nicht alle Vorkommen sichtbar. Um alle zu ändern, muss weiter hinunter gescrollt werden.).

Apache2-Konfiguration anpassen

Apache2-Konfiguration anpassen

Mit Strg+O wird die Datei gespeichert und mit Strg+X der Editor beendet.

Zum Schluss muss der WebServer mit dem Befehl

demouser@WordPressDemo:~$ sudo service apache2 restart

neu gestartet werden. Dadurch werden die durchgeführten Änderungen aktiviert.

Apache2 neu starten

Apache2 neu starten

 

Fazit und Ausblick

Mit diesem vierten Schritt wurde der Webserver fit für WordPress gemacht. Im nächsten Artikel wird phpMyAdmin zum Anlegen der Datenbank für WordPress installiert. Danach fehlt nur noch die Installation von WordPress (deutschsprachige Version), was ich im übernächsten Beitrag zeigen werde.

Die Beitragsreihe im Überblick

Links

Beitragsbild: iStockphoto, ronstik

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